Rissige, spröde Pfotenballen sind eines der häufigsten Pflegeprobleme bei Hunden – und eines der am meisten unterschätzten. Die Pfoten tragen das gesamte Körpergewicht, sind ständig in Kontakt mit dem Untergrund und bekommen dabei oft weniger Aufmerksamkeit als Fell oder Haut. Dabei lohnt sich gerade hier ein genauer Blick.
Die Ursachen sind vielfältiger, als man zunächst denkt:
Umwelteinflüsse sind der häufigste Auslöser. Im Sommer setzt heißer Asphalt den Ballen zu, im Winter greifen Streusalz und Kälte die Haut an. Auch trockene Heizungsluft in Innenräumen kann die Pfotenhaut über die kalte Jahreszeit austrocknen.
Raue oder unebene Untergründe wirken wie Schmirgelpapier – bei regelmäßigen Spaziergängen auf Schotter, Split oder heißem Beton entstehen mit der Zeit feine Risse, die sich unbehandelt vergrößern können.
Übermäßiges Lecken ist gleichzeitig Symptom und Ursache: Ein Hund, dessen Pfoten bereits gereizt sind, leckt häufiger daran – wodurch die Haut zusätzlich aufweicht und sich Reizungen verschlimmern können. Dahinter können auch Allergien oder Parasiten stecken, weshalb anhaltendes Lecken tierärztlich abgeklärt werden sollte.
Bei tiefen, entzündeten oder blutenden Rissen gehört das in tierärztliche Hände – natürliche Pflege kann unterstützen, ersetzt aber keine Behandlung, wenn die Haut bereits verletzt ist.
Im ersten Teil dieser Reihe hatten wir schon erklärt, warum Vaseline trotz ihres Rufs keine gute Wahl für trockene Pfoten ist: Sie versiegelt die Haut, statt sie zu pflegen, und wird beim Ablecken unnötig aufgenommen.
Bewährter sind natürliche Fette und Pflanzenstoffe, die einziehen, statt nur eine Schicht auf der Haut zu bilden:
Wichtig zu wissen: Auch die beste natürliche Pflege wirkt unterstützend, nicht heilend – bei bereits verletzter oder entzündeter Haut ersetzt sie keinen Tierarztbesuch.
Trockene Pfoten sind selten ein einzelnes Problem, sondern meist das Ergebnis mehrerer kleiner Belastungen – Umwelt, Untergrund, Jahreszeit. Wer regelmäßig kontrolliert und mit den richtigen, natürlichen Inhaltsstoffen vorbeugt, statt nur zu reagieren, erspart seinem Hund viele unangenehme Momente auf Spaziergängen.